9. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012
 

Bilder aus Worpswede –
Das Overbeck-Museum heißt die neuen Leihgaben willkommen

 

Die Geschichte der Künstlerkolonie Worpswede ist eine Geschichte der Bilder. Seit mehr als 100 Jahren lassen sich Kunstschaffende von der Landschaft rund um das Teufelsmoor inspirieren. Den Gründervätern der Malerkolonie, zu denen auch Fritz Overbeck zählte, folgten schon bald weitere Malerinnen und Maler, die als zweite Worpsweder Künstlergeneration den Ruhm des Ortes mehrten: Walter Bertelsmann, Lisel Oppel, Udo Peters, Willy Dammasch, Carl Emil Uphoff und Sophie Wencke sind nur einige der bekanntesten Namen.

Das Overbeck-Museum durfte in diesem Jahr eine einzigartige Sammlung von Bildern dieser Worpsweder Maler als Dauerleihgabe in Empfang nehmen. Über 70 Werke aus Privatbesitz haben bis auf weiteres in der Ausstellungsstätte im Alten Packhaus ein neues Zuhause gefunden. Die „Laternenkinder“ Lisel Oppels sind ebenso dabei wie Ansichten aus Worpswede von Walter Bertelsmann und Sophie Wencke. Aber auch expressionistische Blumenstillleben und großformatige Akte, beispielsweise von Carl Emil Uphoff, gehören zu dem Bestand.

Nun werden die Werke mit einer eigenen Ausstellung im Overbeck-Museum willkommen geheißen. Erstmals wird die Sammlung damit umfassend der Öffentlichkeit präsentiert, zugleich treten die Bilder in einen Dialog mit den Werken von Fritz und Hermine Overbeck ein. Die Geschichte der Künstlerkolonie Worpswede entfaltet sich so anhand der Bilder: Impressionistische Einflüsse, aber auch erste Andeutungen einer expressionistisch geprägten Farbwahl wie sie sich bei den Overbecks finden, werden in der zweiten Generation fortentwickelt zu je individuellen, modernen Bildsprachen. Vom lichten Impressionismus Walter Bertelsmanns bis zu expressionistischen, von Kubismus und abstrakter Malerei beeinflussten Werken Willy Dammaschs und Alfred Kollmars reicht das Spektrum der Leihgaben. Überraschende Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den Bildern von Fritz und Hermine Overbeck lassen rund 50 Jahre Worpsweder Kunstgeschichte lebendig werden.

Neben einer Vielzahl von Ölgemälden befinden sich auch zahlreiche Aquarelle und Druckgrafiken in der Sammlung und führen die große Bandbreite der Worpsweder Kunst vor Augen. Ein Teil der Werke ist außerdem verkäuflich, sodass auch Sammler auf ihre Kosten kommen.
 

Die Eröffnungsrede von Dr. Katja Pourshirazi vom 9. Oktober 2011 zum Download finden Sie hier:

Eröffnungsrede von Dr. Katja Pourshirazi

 

 

Lisel Oppel: Kinder mit Laternen