„Im Grunde gehört es uns gar nicht“

Neuer Film von Agnes Kondering:
Gertrud Overbeck und das Overbeck-Museum

 


Die Filmemacherin Agnes Kondering hat schon manch einer interessanten Persönlichkeit aus Bremen-Nord einen eigenen Film gewidmet. Nun hat sie einen Film über Gertrud Overbeck gedreht, die Gründerin des Overbeck-Museums. In dem einstündigen Streifen beleuchtet sie nicht nur die persönlichen Beweggründe der Malerenkelin, eine dauerhafte Ausstellungsstätte für die Gemälde ihrer Großeltern Fritz und Hermine Overbeck zu schaffen, sondern entfaltet zudem die Geschichte des Overbeck-Museums von seiner Gründung bis heute. Neben interessanten Rückblicken in die Vergangenheit gibt der Film damit zugleich Einblick in den höchst lebendigen Museumsalltag in der Gegenwart.

„Im Grunde gehört es uns gar nicht“ – der Filmtitel greift eine Äußerung Gertrud Overbecks auf, die deutlich macht, dass sie das Erbe ihrer Großeltern nie als ihren privaten Besitz, sondern vielmehr als Lebensaufgabe verstanden hat. Ihr Großvater, der Maler Fritz Overbeck, erlangte als Gründungsmitglied der Künstlerkolonie Worpswede schon zu Lebzeiten Berühmtheit. Seine Frau, die Malerin Hermine Overbeck-Rohte, hingegen war zwar ebenfalls eine talentierte Künstlerin, stellte aber zu Lebzeiten nie aus. Erst mit der Eröffnung des Overbeck-Museums im Jahr 1990 wurde ihr Werk erstmals öffentlich wahrgenommen.

In langen, ruhigen Einstellungen begleitet der Film Gertrud Overbeck durch das Haus ihrer Großeltern, in dem sie bis heute wohnt, und durch das Museum, das sie vor mehr als 25 Jahren gründete. Dabei berichtet die Malerenkelin in persönlichen Gesprächssequenzen, wie sie dazu kam, ein Museum zu gründen, und welche Herausforderungen es dabei zu bewältigen gab. Auch die aktuelle Museumsleiterin Katja Pourshirazi und der Kunsthistoriker Detlef Stein kommen ausführlich zu Wort. Aufnahmen aus dem Museumsalltag, von Vernissagen und öffentlichen Führungen bebildern die Dokumentation. Und auch die Gemälde von Fritz und Hermine Overbeck kommen nicht zu kurz. Agnes Kondering nähert sich den Kunstwerken ruhig und bildintensiv, zoomt sich heran, verweilt auf Details, gibt dem Zuschauer Zeit zur Betrachtung. So entfaltet sich die besondere Wirkung der Kunstwerke auch im Film und lässt deutlich werden, wie diese Bilder für Gertrud Overbeck zur Lebensaufgabe werden konnten und welchen Schatz sie heute für Bremen-Vegesack bedeuten.

„Dieser Film ist ein unschätzbares Zeitdokument“, freut sich Museumsleiterin Katja Pourshirazi. „Es ist etwas ganz Besonderes, Zeitzeugen so persönlich über die Gründung des Museums berichten zu hören. Das Overbeck-Museum ist ein Kleinod im Bremer Norden. Das wird mit diesem Film einmal mehr deutlich.“
 

Die Filmpremiere findet statt am
Freitag, 5. Februar 2016 um 19.00 Uhr
in der Stadtbibliothek Vegesack, Aumunder Heerweg 87, 28757 Bremen
Musik: Ursula Huhs (Klarinette) und Oliver Völker (Klavier)
Einlass um 18.30 Uhr (begrenzte Platzzahl)
Eintritt: 5 Euro
Kartenvorbestellung unter Tel. 3617244

Weitere Aufführungen des Films finden statt am
Donnerstag, 11. Februar 2016 um 19.00 Uhr
im Café Erlesenes im Alten Packhaus Vegesack, Alte Hafenstr. 30, 28757 Bremen
Einlass um 18.30 Uhr (begrenzte Platzzahl)
Eintritt: 5 Euro
Kartenvorbestellung unter Tel. 69080080

sowie am
Mittwoch, 24. Februar 2016 um 18.00 Uhr
im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus, Kirchheide 49, 28757 Bremen
Einlass um 17.30 Uhr (begrenzte Platzzahl)
Eintritt: 5 Euro
Kartenvorverkauf in der Cafeteria