29. Januar bis 18. März 2012

Pferd und Landschaft - Zeitgenössische Kunst aus Worpswede

Bilder von Viktoria Diehn und Skulpturen von Christoph Fischer

 

Vor mehr als 100 Jahren begann die Erfolgsgeschichte der Künstlerkolonie Worpswede – Namen wie Overbeck, Modersohn oder Vogeler sind seitdem international bekannt. Doch was nur wenige wissen: Auch heute noch ist Worpswede ein lebendiger Ort der Kunst. Zeitgenössische Künstler entwickeln hier in ihren Ateliers neue kreative Positionen und setzen so die Tradition der vitalen, facettenreichen Künstlerkolonie fort.

Die Malerin Viktoria Diehn und der Bildhauer Christoph Fischer leben und arbeiten seit vielen Jahren in Worpswede. Ihre Werke stehen für eine Worpsweder Kunst, die in der Gegenwart angekommen ist und doch die Wurzeln der Künstlerkolonie nicht verleugnet. Die Landschaft bleibt das große Thema, doch der Blick auf das Motiv hat sich verändert. Neue Ausdrucksformen lassen die Zerrissenheit von Mensch und Natur in unserer Gegenwart sichtbar werden.

Spannungsreich werden die Werke der beiden Künstler in Beziehung gesetzt: Großformatigen Leinwandbildern stehen kleine Skulpturen gegenüber, Abstraktion in der Malerei trifft auf Figürlichkeit in der plastischen Form. Das Pferd tritt hier als Spannungspol zur Landschaft hinzu und repräsentiert den Einbruch des ganz Anderen in die Natur. Vermittelnd und doch auch trennend, zu beidem gehörig und gerade dadurch die Distanz zwischen beiden verdeutlichend, steht es zwischen Mensch und Landschaft. So wird auch der Betrachter aufgefordert, sein Verhältnis zur Natur, seine Kreatürlichkeit und das heißt: seine Endlichkeit in den Blick zu nehmen. Die Bilder und Skulpturen fordern den Betrachter, konfrontieren ihn mit einem Gefühl der Fremdheit, aber auch mit Vertrautem, so dass er sich unwillkürlich ins Verhältnis setzen muss, zur Kunst ebenso wie zur Natur.

Im Zusammenspiel mit den Bildern von Fritz und Hermine Overbeck wird die aufregende Differenz der verschiedenen künstlerischen Positionen sichtbar – getrennt durch mehr als 100 Jahre Kunstgeschichte, bildet die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Worpsweder Landschaft und dem sich wandelnden Verhältnis des Menschen zur ihn umgebenden Natur eine faszinierende und tragfähige Verbindung.

Eröffnung
Die Ausstellung „Pferd und Landschaft“ wird am Sonntag 29. Januar 2012 um 11.30 Uhr eröffnet. Es sprechen Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums, Donata Holz, Kulturwissenschaftlerin, und Prof. Bernd Altenstein, Bildhauer und Professor für bildende Kunst. Die Künstler sind anwesend.

Begleitprogramm

Künstlergespräche
mit Viktoria Diehn und Christoph Fischer

Sonntag, 5. Februar 2012 um 11.30 Uhr
Sonntag, 4. März 2012 um 11.30 Uhr

Führungen mit Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi
Sonntag, 19. Februar 2012 um 11.30 Uhr
Sonntag, 18. März 2012 um 11.30 Uhr (Finissage)

Achtung! Terminkorrektur des Flyers: Am 4. März findet, wie hier angegeben, ein Künstlergespräch mit Viktoria Diehn und Christoph Fischer statt, die abschließende Führung zur Finissage am 18. März übernimmt Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi.

Christoph Fischer: Pferd